Aufarbeitung pädosexuelle Gewalt

Haltung

Zur Pädosexualität hat der Deutsche Kinderschutzbund bundesweit eine klare Haltung: „Pädosexualität ist sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Immer und überall.“

Keine Institution und kein Verein können einen sexuellen Übergriff durch die eigenen Mitarbeiter*innen gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen zu 100 %  verhindern. Alle Einrichtungen müssen sich aber daran messen lassen, was sie getan haben, derzeit tun und künftig tun werden, um solche Verbrechen zumindest zu erschweren. Der DKSB OV Münster hat diesbezüglich in den letzten mehr als 20 Jahren Vieles unternommen (s. Menüpunkt  Bisherige Aktivitäten und Prävention). Darüber hinaus hat  unser Verein ab Frühjahr 2014 erneut seine Strukturen überprüft, um ggfs. den Schutz der von ihm betreuten Kinder und Jugendlichen (nicht nur) vor sexueller Gewalt noch weiter zu verbessern.

Die transparente und objektive Aufklärung und Aufarbeitung der Geschehnisse in den 1980er Jahren im DKSB-Bundesverband und in unserem Ortsverband hat für uns höchste Priorität. Zu diesem Zweck hat der Bundesvorstand des DKSB Ende 2013 die Untersuchung dem Göttinger Institut für Demokratieforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Walter übertragen. Deren Ergebnisse sind im Frühjahr 2015 vom Institut vorgestellt worden (siehe  Aktuelles und Termine). Auf der Basis dieses Berichte haben wir uns noch einmal damit auseinander gesetzt, was unseren Verein in den 1980er Jahren aus Sicht des Täters zu einem geeigneten Ort machte, seine Verbrechen zu begehen, welche Strukturen und Werte dies begünstigt haben und was den Schutz der Betroffenen verhindert hat.

Wir erhofften uns von dem Bericht wertvolle Hinweise, um im DKSB Münster gegenwärtig und zukünftig Risiken für Kinder und Jugendliche noch mehr zu reduzieren; sowohl bei bestehenden Angeboten als natürlich auch bei der Installation neuer Angebote. Zu den gewonnenen Erkenntnissen siehe unsere Stellungnahme zum Bericht, die unter Downloads zur Verfügung steht.

Die kritische Hinterfragung unserer Strukturen und Werte wird dabei nie abgeschlossen sein. Wir werden sie fortlaufend und in regelmäßigen Abständen institutionalisiert leisten.

Bei unseren bisherigen Auseinandersetzungen mit den damaligen Geschehnissen haben wir es bis Anfang 2014 versäumt, aktiv auf die Leidtragenden der Verbrechen zuzugehen und mit ihnen ein Gespräch zu suchen. Dafür hat sich unser Vorstand am 10.1.2014 in seiner Stellungnahme zum SPIEGEL-Artikel (s.u.) entschuldigt und dieses Angebot nachgeholt. Wir bedauern sehr, dass die Betroffenen in ihrer Würde verletzt wurden und Leid erfahren haben.

Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Betroffenen, die in den 1980er Jahren Opfer unseres damaligen ehrenamtlichen Mitarbeiters Christoph K. geworden sind, Gehör finden, sie über das ihnen angetane Leid sprechen können und sie Hilfe und Unterstützung erhalten. Wir begrüßen ausdrücklich, dass unser Bundesverband auf seiner Homepage ein entsprechendes Gesprächs- und Hilfsangebot macht. Wir bitten die in Münster Betroffenen, sich vertrauensvoll an die Bundesgeschäftsführerin des DKSB, Cordula Lasner-Tietze, zu wenden (Kontakt und Info: www.dksb.de).

Stand: November 2016