Über die Sprachentwicklung von Kindern. Zehnte Kinderkram (?!)-Veranstaltung im Kinderschutzbund

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kinderkram (?!)“ des Münsteraner Kinderschutzbundes war als Referentin Diemut Sträter (Sozialpädagogin und Kinderkrankenschwester) im DKSB zu Gast. Der Titel der Veranstaltung lautete „Sprich mit mir – von Geburt an im Dialog mit dem Kind“. Den 30 anwesenden Erzieherinnen, Hebammen und Tagesmüttern erläuterte die Referentin zunächst, wie sich die Sprache von Kindern in deren ersten Lebensjahren entwickelt. Schon im Mutterleib beginne die Sprachentwicklung, und jedes Kind habe nach der Geburt sein eigenes Lerntempo. Auch das Weinen gehöre zur Sprachentwicklung. Interessanterweise hätten Kinder in unterschiedlichen Ländern verschieden „Weinmelodien“, die sicherlich vom Klang der jeweiligen Sprache abhängen würden. Wichtig zu wissen sei es auch, dass die Sprachentwicklung im Zusammenhang mit allen Sinnen stehe und dass bei den Kindern das Verständnis von Sprache weiter ausgeprägt sei als ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Letztlich lägen die Wurzeln der Sprache im Beziehungsverhalten.

Geschickterweise nutzte die Referentin auch das Sprachvermögen der Teilnehmerinnen. Sie bat diese nämlich, sich in einer 15-minütigen Gruppenarbeit darüber auszutauschen, wie Mütter und Väter, aber auch Fachkräfte den Prozess der Sprachentwicklung von Kindern ganzheitlich und beziehungsvoll begleiten können. Dabei erhielt sie eine Vielzahl von Antworten und musste selbst nur wenig ergänzen. So sollten die Beteiligten im Erziehungsprozess viel mit dem Kind sprechen und ihre Handlungen kommentieren. Wichtig sei aber auch, dem Kind zuzuhören und auf das von ihm Gesagte einzugehen. Hilfreich seien auch Vorlesen, Singen sowie Sprechgymnastik für die Mundmotorik des Kindes. Das Wichtigste aber sei – so Diemut Sträter am Ende ihres Vortrages -, dass die Erwachsenen Spaß an der Kommunikation mit dem Kind haben und mit ihm „in Sprache baden, ohne es zu überschütten“.