Schutzkonzepte in Institutionen – „Kinderkram(?!)“-Veranstaltung am 22.03.17

Am 22.03.17 fand unsere mittlerweile 11. „Kinderkram(?!)“-Veranstaltung statt.
Frau Dr. Margareta Müller vom Kompetenzzentrum Kinderschutz des Kinderschutzbundes NRW referierte vor knapp 50 Teilnehmer*innen insbesondere aus Kitas, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen zum Thema „Schutzkonzepte in Institutionen“.

Im Kontext der aufgedeckten Missbrauchsfälle in Schulen, Internaten und anderen Einrichtungen steht in der fachlichen Diskussion der letzten Jahre das Thema „Schutzkonzepte“ sehr im Fokus. Aus der Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sind dazu viele Empfehlungen und Materialien hervorgegangen.

Die Referentin Dr. Müller zeigte in ihrem Vortrag rechtliche Grundlagen auf und erläuterte die einzelnen Bausteine, aus denen ein Schutzkonzept besteht. Den ersten Schritt stellt demnach stets eine Risikoanalyse dar, die Gefahrenpotentiale und Gelegenheitsstrukturen für Gewalt und Missbrauch innerhalb des pädagogischen Alltags sichtbar macht. Darauf bauen dann Maßnahmen der Prävention und Intervention auf, wie z.B. Leitbild und Verhaltenskodex, Personalauswahl, Fortbildungs- und Präventionsangebote, Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren sowie ein Krisenplan für „den Fall der Fälle“.

Müller betonte dabei, dass es keine Einheitskonzepte gebe, sondern jede Einrichtung ein individuelles Konzept erstellen müsse. Dabei sei aber in der Praxis oft schon vieles vorhanden, das nur bewusst gemacht oder verschriftlicht werden müsse. Des Weiteren zeigte sie vielfältige vorhandene Materialien auf, an denen sich Einrichtungen orientieren könnten.

Die Entwicklung eines Schutzkonzeptes, so Müller, sei ein komplexer und aufwändiger Prozess, der ein Zusammenwirken aller Beteiligter einer Institution erfordere. Nötig seien dafür insbesondere Zeit und Raum und es brauche mindestens einen „Kümmerer“, der den Prozess am Laufen halte.
Aber er sei ein fachlich erforderlicher Prozess denn: „Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Schutz vor Gewalt und anderen Kinderrechtsverletzungen“.

Die Power-Point-Präsentation zum Vortrag finden Sie hier.