Familienforum Münster lud ein zum Dialog mit Landtagsabgeordneten und – Kandidat*innen

An sechs moderierten Thementischen diskutierten bei einer Veranstaltung des Familienforums Münster anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl Pädagoginnen und Pädagogen, Träger, Eltern und weitere an der Landespolitik Interessierte mit den Münsteraner Landtagsabgeordneten bzw.-Kandidaten Svenja Schulze und Thomas Marquardt (SPD), Simone Wendland und Dr. Stefan Nacke (CDU), Christoph Kattentidt (Die Grünen), Dietmar Uhlenbrock (FDP) und Hannes Draeger (Die Linke).

Im Münsteraner Familienforum haben sich zusammengeschlossen der Jugendamtselternbeirat der Stadt Münster, der Familienbund der Katholiken im Bistum Münster, die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen LAK Westfalen-Lippe, der Verband Bildung und Erziehung Bezirksverband Münster, Münsteraner Tageseltern e.V., die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisgruppe Münster, der PARITÄTISCHE Kreisgruppe Münster, Eltern helfen Eltern e.V., die Stadtelternschaft Münster und der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Münster.

Zu Beginn der Veranstaltung mit dem Titel „Politik für Kinder, Familien u.s.w. … Und so weiter? Wahlen entscheiden!“ sprach die Moderatorin Eva Voß-Reckmann mit der Ministerin für Familien, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, Christina Kampmann über frühkindliche Bildung, den Ausbau der Betreuungsplätze und bedarfsgerechte Öffnungszeiten von Kindertages-einrichtungen. Der schulische Ganztag und die Weiterentwicklung zu einem inklusiven Bildungssystem waren weitere Themen, zu denen die Ministerin ein Statement abgab. Eher sportlich ambitioniert war die Antwort der Ministerin auf die Frage, was Sie am 15. Mai – dem Tag nach der Landtagswahl –  hoffe, tun zu können: „Den Klassenerhalt von Arminia Bielefeld feiern“.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde diskutierten danach die Vertreterinnen und Vertreter der Politik an sechs moderierten Thementischen über Kindertagesbetreuung, Offene Ganztagsgrundschulen, Kinderarmut, familienfreundliches Wohnen, Elternmitwirkung und Inklusion. In insgesamt drei Diskussionsrunden spiegelten die Besucher und Besucherinnen der Veranstaltung der Politik, wo in der Praxis „der Schuh drückt“ und hinterfragten die Wahlprogramme nach Lösungsansätzen. Der von allen Beteiligten als ausgesprochen konstruktiv empfundene Dialog wurde von den Moderatorinnen und Moderatoren der Thementische anschließend im Plenum zusammengefasst. Die Diskutanten haben den Politikern und Politikerinnen vielfach Probleme beschrieben, aber auch eine Reihe von Anregungen und Forderungen mit auf den Weg gegeben. Es bleibt zu hoffen, dass nun den Worten Taten folgen.

Dies wird auch das Familienforum Münster so halten. Im Vorfeld der Bundestagswahl wird es auf seinem „roten Sofa“ die Münsteraner Bundestagsabgeordneten und – kandidaten zu familienpolitischen Themen befragen, die Gespräche aufzeichnen und anschließend ins Netz stellen.

Hinweis an die Medien: es folgen Informationen zu ausgewählten Thementischen

Am Thementisch „Kindertagesbetreuung“ wurde in den Gesprächen deutlich, dass es noch immer ein Plätzen für Kinder aller Altersstufen mangele. Auch sei dringend ein neues Kindertagesstätten-Gesetz mit einer wirklich ausreichenden Finanzierung erforderlich. Die Elternbeitrags-Befreiung sei ebenso notwendig wie eine Verbesserung der Qualität der Kinderbetreuung. Familienministerin Kampmann hörte geduldig zu und versprach Verbesserungen, ebenso wie die Kandidaten der anderen Parteien.

Am Thementisch „Wohnen“ wurden angesichts der Wohnungsnot in Münster, die mittlerweile auch in der Mittelschicht angekommen sei, klare Erwartungen an die Landespolitik formuliert, durch entsprechende Steuerung der Fördermittel den Kampf gegen zu teuren Wohnraum unterstützen.

Am Thementisch „Kinderarmut“ ist klar geworden, dass zur Bekämpfung der Kinderarmut Kommunen, Länder und der Bund zusätzliche gemeinsame Maßnahmen treffen müssen, so zum Beispiel die Einführung der Kindergrundsicherung, die Erweiterung struktureller Angebote (Kita- Ausbau, Ganztagsbetreuung) und Bekämpfung der Einkommensarmut der Eltern (zum Beispiel durch entsprechende Änderungen bei Hartz IV).

Am Thementisch „Offene Ganztagsgrundschulen“ OGS wurde sehr deutlich die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel der Standards für Räumlichkeiten und Personal, aber auch hinsichtlich familiengerechter Betreuungszeiten aufgezeigt. So lautete das Fazit: „Der schulische Ganztag muss  im Dialog mit den unterschiedlichen Akteuren weiterentwickelt werden, um seinem Bildungsanspruch gerecht zu werden.“

Unser Foto zeigt die Mitglieder des Familienforums Münster mit Ministerin Kampmann (auf dem Sofa in der Mitte sitzend).