„Kinderkram(?!)“-Veranstaltung am 20.06.18 zum Thema Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

„Ist Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ‚Kinderkram’“? – unter diesem Titel fand am 20.06.2018 ein Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kinderkram(?!)“ der Beratungsstelle in den Räumen der VHS statt.

„Was Kinder an der Schnittstelle Familie/Grundschule erleben?“, darüber diskutierten 25 Fach- und Lehrkräfte aus Kitas, OGT, Grundschule und Jugendhilfe mit der Referentin Nicoletta Eunicke (MA) angeregt und intensiv.

Nicoletta Eunicke, Doktorandin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, befragte in einem Forschungsprojekt in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung Kinder dazu. Das Team der Professorin Tanja Betz wollte wissen: „Findest Du es überhaupt gut, wenn Eltern, Lehrer und Lehrerinnen viel zusammen machen, sich oft sehen und miteinander sprechen? Welche Erfahrungen hast Du damit schon gemacht? Wie wünschst Du Dir den Kontakt zwischen Deiner Mutter und/oder Deinem Vater und der Schule?“

Denn in der Bildungspolitik wird immer öfter gefordert, dass Väter und Mütter viel Kontakt mit Lehrerinnen und Lehrern haben sollen. Gemeinsam sollen sie „an einem Strang ziehen“. Diese Zusammenarbeit wird „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“ genannt und sie soll für alle Kinder gut sein.

Den Forschern war jedoch aufgefallen, dass Kinder selbst bisher nicht nach ihrer Meinung zu dieser Zusammenarbeit von Eltern und Lehrkräften gefragt wurden. Ihre Meinungen und Erfahrungen sind aber wichtig, damit die Zusammenarbeit von Eltern und Schule oder Kita so geplant werden kann, dass sie wirklich gut für Kinder ist.

Die Zusammenarbeit zwischen Familien und Kita/Schule soll dazu beitragen, allen Kindern faire Chancen zu eröffnen und Bildungsungleichheiten abzubauen. Dafür sind aber Rahmenbedingungen notwendig, die die Positionen und Bedürfnisse von Kindern, Eltern sowie Fach- und Lehrkräften berücksichtigen. Viele Kindertageseinrichtungen und Schulen arbeiten heute schon intensiv daran. Und die Befragung der Kinder liefert zahlreiche Impulse, um diese Zusammenarbeit anders zu denken und zu gestalten – und damit die Bildungschancen zu verbessern.

Diskutiert wurde im Anschluss auch über die eigenen Erfahrungen, die Herausforderungen oder Stolpersteine in der Praxis der Zusammenarbeit zwischen Kindern, Eltern sowie Fach- und Lehrkräften. Für eine intensive Kommunikation sind eben auch erhebliche zeitliche Ressourcen einzuplanen! Eltern und auch Kinder sind keine homogenen Gruppen, sondern die Vielfalt familiärer Hintergründe ist zu berücksichtigen. Ein vorurteilsbewusster Umgang in Bezug auf Geschlecht, Herkunft oder sozialen Status ist notwendig, gerade, wenn sich die Dialogpartner ein tieferes Verstehen wünschen.

 

Die Folien der Referentin können Sie hier herunterladen.