„Kinderkram(?!)“-Veranstaltung zum Kinderrecht auf Beratung

Am 15. Mai führte die Beratungsstelle die mittlerweile 13. „Kinderkram(?!)“-Veranstaltung durch.
Frau Prof. Dr. Goldberg, Professorin an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum, referierte vor gut 40 Fachkräften aus Beratungsstellen, Schulen und Jugendzentren zum Thema „Das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Beratung“.

Die Sozialarbeiterin und Juristin gab zu Beginn einen allgemeinen Überblick über Kinderrechte und deren Stellenwert im Rechtssystem. Dabei sprach sie sich deutlich für eine Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung aus.
Im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) ist explizit ein grundsätzlicher Beratungsanspruch von Kindern und Jugendlichen formuliert. In sog. „Not- und Konfliktsituationen“ besteht dieser auch ohne Einverständnis der Sorgeberechtigten. Frau Goldberg machte deutlich, dass diese Situationen jedoch nicht eindeutig definiert seien, so dass es unterschiedliche Auslegungen gebe. In der Praxis habe sich allerdings eine weite Auslegung herausgebildet: entscheidend ist demnach das subjektive Empfinden der Ratsuchenden von Not und Konflikthaftigkeit. Somit haben Kinder und Jugendliche auch außerhalb einer akuten Gefährdungs-situation die Möglichkeit, sich ohne Einverständnis ihrer Eltern von psychosozialen Fachkräften beraten zu lassen.
Gleichwohl, so zeigte die Referentin auf, müsse in jedem Fall zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Minderjährigen und dem Sorge- und Informationsrecht der Eltern abgewogen werden. Dabei bestärkte sie die Fachkräfte, Kinder und Jugendliche zum Reden zu ermutigen, sie ernst zu nehmen, zu beteiligen und mit ihnen nach guten Lösungswegen für Probleme und Belastungen zu suchen – in den allermeisten Fällen letztlich mit den Eltern zusammen und nicht gegen sie!

Die Folien der Referentin finden Sie hier zum Download.