DKSB-Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Josefine Paul

Zu einem Gedankenaustausch im Kinderschutzbund Münster begrüßten Christoph Knack, Anne Ostendorf (beide Fachberatungsstelle des DKSB) sowie Dieter Kaiser (Geschäftsführer des DKSB) die Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW, Josefine Paul. Am Beispiel des sexuellen Missbrauchs an über 40 Kindern auf einem Campingplatz in Lügde erörterten die Kinderschützer mit der Landtagsabgeordneten, was notwendig ist, um solche Verbrechen an Kindern zumindest zu erschweren.

Man war sich einig, dass viele Faktoren für den Schutz der Kinder von großer Bedeutung sind. Eine gute Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Eltern, mit pädagogischen Fachkräften in Kita und Schule und mit Verantwortlichen beispielsweise im Sportverein sei dabei von herausragender Bedeutung. Dieter Kaiser machte deutlich, dass es Aufgabe der Politik sei, für deren ausreichende und flächendeckende Finanzierung zu sorgen. Dem stimmte Josefine Paul ausdrücklich zu. Im Kinderschutzbund Münster habe-so Kaiser weiter-die präventive Kinderschutzarbeit einen sehr hohen Stellenwert.

Neben der Wissensvermittlung im Rahmen einer qualifizierten Sexualaufklärung der Kinder sei aber auch, betonte Anne Ostendorf, eine Kultur des Hinschauens überall da notwendig, wo Kinder leben und möglicherweise sexuellen Missbrauch erleiden könnten. Es gelte, Signale der Kinder zu erkennen, beispielsweise, wenn sie sich auffällig anders verhalten als gewohnt.

Auf der strukturellen Ebene sollte es selbstverständlich sein, dass jede Einrichtung, in der Kinder betreut werden, ein eigenes Schutzkonzept entwickelt. Dies sei aber, wie Christoph Knack zum Ausdruck brachte, noch lange nicht überall der Fall. Oftmals falle es Einrichtungen schwer, den Gedanken zuzulassen, dass eigene Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen Täter sein könnten. Die Kinderschutzfachkräfte der Beratungsstelle im Kinderschutzbund Münster geben Münsteraner Einrichtungen bei der Entwicklung eines solchen Konzepts gern eine fachliche Unterstützung.

Josefine Paul machte im Gespräch unter anderem deutlich, dass die Opferinteressen oftmals nicht ausreichend berücksichtigt werden. Eine kindgerechte Justiz sowie eine intensivierte Ausbildung zum Thema „Kinderschutz“ bei pädagogischen Fachkräften, aber auch bei Richtern und Richterinnen seien hierbei wichtige Bausteine.

Die Politikerin unterstützte schließlich auch die Forderung des Landesverbandes des DKSB nach einer zentralen Koordinierungsstelle in NRW zur Kooperation im Kinderschutz. Hier sollten pädagogische Fachkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Lehrkräfte und Familienhebammen, aber auch Richter und Richterinnen, Verfahrensbestände und engagierte Ehrenamtliche vertreten sein und gemeinsam für das Kindeswohl Sorge tragen.

Unser Foto zeigt v.l.n.r.: Anne Ostendorf, Christoph Knack, Josefine Paul und Dieter Kaiser