Das Schweigen darf nicht fortgesetzt werden

Die kürzlich aufgedeckten Verbrechen des sexuellen Missbrauchs an Kindern in Münster erschüttern uns alle. Auch Kinder hören davon und erleben unsere Betroffenheit. Mit den Gefühlen, die das bei ihnen auslöst, dürfen wir Kinder nicht alleine lassen. Gespräche mit Kindern sind für alle hilfreich, ob sie nun mittelbar oder unmittelbar von dem Thema betroffen sind. Wir sollten daher jetzt aktiv auf Kinder zugehen, mit ihnen sprechen, Signale wahrnehmen und ihnen Hilfe und Unterstützung anbieten. Kinder spüren sehr deutlich, wie schockiert Erwachsene gerade sind. Sie brauchen Orte und Gelegenheiten für Gespräche darüber und die Chance, Fragen zu stellen. Ansonsten nehmen sie wahr, dass das Schweigen über die Verbrechen gewollt ist und niemand ihre Betroffenheit oder ihre Sorgen hören möchte.

Viele stellen sich die Frage, wie das gehen kann, wie man über so abscheuliche Taten mit Kindern sprechen kann, ohne ihnen Angst zu machen. Die Gefahr, Kinder zu verängstigen ist aber sehr gering, wenn wir sie ernst nehmen und uns an ihren Fragen und Bedürfnissen orientieren. Wenn wir ihnen den benötigten Raum zum Reden geben, stärken wir sie vielmehr für den Umgang mit schweren Themen und ermutigen sie auch, belastende Dinge mitzuteilen.

Die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Münster hat einige Tipps für Gespräche mit Kindern zusammengestellt: Tipps